Froschkönig: "Du kannst mich einfach nicht verändern!"

Ob in der Partnerschaft, zwischen Eltern und Kindern oder im Berufalltag: es ist nicht wie im Märchen.
Wir wollen andere Menschen gerne verändern - sie sollen sich zumindest uns gegenüber anders verhalten. Manchmal möchten wir sie gerne an die Wand werfen. Allerdings verändern sie sich dadurch nicht. Auch nicht durchs Küssen. Wir sind eben keine Froschkönige.
Aber was dann, wenn sich Frustration breit macht, weil wir mit den Eigenschaften unserer Mitmenschen und Ihrem Handeln nicht einverstanden sind?
Ein "Nützt ja nichts, das muss ich halt so akzeptieren..." räumt unseren Frust nicht aus. Die  Manipulationstechniken, die wir in Kommunikationsseminaren erlernt haben, bringen uns auch nicht weiter. Da ernten wir  wieder nur Frust, Ärger und Streit.
Was tun?
Im Sinne einer förderlichen Kommunikationskultur gibt es dennoch Möglichkeiten mit diesen Situationen, dem Gegenüber - und dem was uns stört -  umzugehen.

 

 

 

Das Zepter der Verantwortung
Oft fangen unsere Sätze an mit "du solltest mal...mehr dieses und weniger jenes". Dabei vergessen wir, dass jedier einzelne die Verantwortung und den Antrieb für die eigene Veränderung in sich trägt. Deshalb ist es hilfreich, zum einen das Zepter der Verantwortung da zu lassen, wo es hingehört. Und zum anderen das Zepter für die Erfüllung eigener Bedürfnisse und Wünsche - also für das eigene Leben - in die Hand zu nehmen.

Der Spiegel der Erkenntnis
Das, was mich beim anderen stört, hat im Grunde etwas mit mir zu tun. Durch achtsames Hinschauen, was bei mir ganz konkret hinter meinem Ärger steckt, bekomme ich Klarheit. Indem ich einfühlsam mitkriege, was hinter dem Handeln des Gegenübers steckt, kann ich erkennen, worum es wirklich geht. 

Die Flügel der Freiheit
Selbstbestimmung und Wahlfreiheit ist ein hohes Gut. Menschen möchten generell gerne frei entscheiden, ob sie sich verändern und wie. Deshalb ist es hilfreich, zu akzeptieren, das mein Gegenüber gute Gründe hat für sein Handeln hat. Genauso wichtig ist es, für die eigenen Bedürfnisse einzutreten,  Ohne dabei dem anderen die Pistole auf die Brust zu setzen. Ich kann zur Veränderung einladen, ermutigen und inspirieren, so dass der andere die Freiwilligkeit behält.

Das Geschenk der Verbundenheit und Wertschätzung
Nun kann ich klar, kurz und auf den Punkt von Herzen ausdrücken, was mich bewegt und was ich beim anderen verstanden habe. Wichtigt ist dabei, ohne Urteile, Schuldzuweisungen, Diagnosen und Co. auskommen. Das schafft Verständigung, Verbundenheit und Wertschätzung.

Letztendlich bleibt es dem Froschkönig frei überlassen, ob er Dinge ändert. Die Chancen sind allerdings größer, wenn alle Beteiligten einander verstehen und verstanden werden und gemeinsam nach neuen Lösungen suchen, die zu allen Seiten passen.

... Und wenn Sie nicht gestorben sind, dann sind auch morgen noch  alle glücklich und begeistert!

 

Anja Voigt & Claudia Strauss

 

 

Bildquelle: pixabay

 

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