Das Glück selbst in die Hand nehmen!

Neulich begegnete mir im Autoradio mal wieder einer meiner Lieblingssongs von Herbert Grönemeier mit der Liedzeile „Du hast ihn nie verraten, deinen Plan vom Glück“. Gibt es den denn überhaupt? Den Plan vom Glück? Eine Art Anleitung zum Glücklichsein? Glück selbst gemacht? Ein Rezept im Sinne von „Man nehme…, rühre kräftig um… füge noch hinzu…?“

 

Wie finden wir eigentlich unser ganz persönliches Lebensglück trotz oder vielleicht auch gerade wegen und in all dem zum Menschsein gehörenden Lebens-Chaos, Beziehungs-Heck-Meck, Arbeits-Stress? „Glücksfaktoren“ sind natürlich immer individuell zu betrachten. Die folgenden Aspekte sind, ohne Anspruch auf Vollständigkeit anzumelden, Impulse, wie wir unserem Glück öfter mal selbst auf die Sprünge helfen können.

 

Präsent sein im Hier und Jetzt

 

Wer sein Leben möglichst bewusst, authentisch und präsent leben und gestalten möchte, braucht vor allem eines: Klarheit. Klarheit beginnt innen und innere Klarheit führt zu äußerer Klarheit – fast immer. Wer bewusst wahrnimmt, was sich jetzt gerade zeigt (Unruhe, Unsicherheit, Angst - aber auch Freude, Sehnsucht oder Liebe), kann auch angemessen kommunizieren und handeln. Nur wer weiß, was er oder sie will, kann anderen vermitteln, was wichtig ist und wird sichtbar mit seinen Anliegen.

 

Öfter auch mal dankbar sein

 

Bewusst wahrnehmen, was in unserem Leben gut läuft und wofür wir eigentlich dankbar sein könnten, macht uns zufriedener und froh. Dankbarkeit zu empfinden ist deshalb viel mehr als eine Tugend. Sie ist eine Lebenskunst, eine Liebeserklärung an das Leben und damit ein echter Schlüssel zum Glück. Oftmals fällt es uns allerdings schwer, den Blick auf unseren persönlichen Reichtum zu richten, sind wir es doch gewohnt, eher das Schlechte, den persönlichen Mangel, das, was wir alles nicht haben, aber so gerne hätten, zu sehen. Und doch gibt es da bestimmt etwas Reiches, Erfülltes in unserem Leben: Vielleicht ist es die eigene Gesundheit oder die geliebter Mitmenschen? Die gelingende Partnerschaft? Gute Freunde? Oder die Gewissheit, gerade genug zu Essen und zu Trinken zu haben, frei zu sein und in Frieden zu leben? Auch akuten Glücksmomenten gebührt unser Dank, wie z.B. einem freundlichen Lächeln oder Wort oder dem Gefühl „etwas geschafft zu haben“.

 

Aber wie können wir uns Dankbarkeit zur Gewohnheit machen und so uns selbst, andere Menschen und unser Leben schätzen und lieben lernen? Wie wäre es mal mit einem Dankbarkeitstagebuch? Dankbarkeit verhilft uns dazu, zu schätzen, was wir haben, ohne immer noch mehr zu brauchen. Sie befreit, erfüllt und schenkt uns Gelassenheit und Freude auch an den kleinen Dingen des Lebens.

 

In Bewegung kommen und Ziele mutig anstoßen

 

„Ich mach das jetzt!“ Wer möchte das nicht öfter mal sagen. Das ewige Rumgeeiere nervt, wir stecken fest oder fühlen uns irgendwie ruderlos. Aber wie die inneren Hemmschuhe loswerden, sich nicht selbst im Weg stehen, Hindernisse überwinden…? Wenn wir klar sehen, konstruktiv mit unserem Gefühlschaos umgehen und hinderlichen Überzeugungen, moralischen Vorstellungen und Erwartungen mit der nötigen Vor- und Weitsicht begegnen, können wir immer öfter gute Entscheidungen treffen, eigene Ziele mutig anstoßen und so erfüllter und glücklicher werden.

 

Gelingende Beziehungen auf Augenhöhe führen

 

Der Mensch ist ein auf soziale Resonanz und Kooperation angelegtes Wesen. Die Verbundenheit mit anderen Menschen und gelingende Beziehungen machen uns sogar glücklicher – jedenfalls meistens und in aller Regel. Die Partnerschaft pflegen, endlich mal wieder die Freundin anrufen, Kontakte intensivieren, einander verstehen und verstanden werden und wenn´s mal knirscht, hilfreiche Lösungen für alle Beteiligten finden - frei nach dem Motto „ Respekt ist keine Einbahnstraße!“

 

Dem inneren Kritiker entfliehen – für ein gesundes Selbstwertgefühl

 

Immer wieder meldet er sich zu Wort – mal laut und mal leise, aber meistens ungefragt und wenig mitfühlend. Unser innerer Kritiker. Mit selbstabwertenden Gedanken macht er uns das Leben schwer, schürt Selbstzweifel und kratzt an unserem Selbstwertgefühl. Aber gerade unser Selbstwert oder sogar noch einen Schritt weiter die Liebe zu uns selbst ist ein wahrer Glücksfaktor. Stehen wir doch mit einem Minderwertigkeitsgefühl regelmäßig auf der Bremse beflügelt uns ein stabiles Selbstwertgefühl zu wahren Höhenflügen und lässt uns Herausforderungen und Niederlagen trotzen. Ein gesundes und stabiles Selbstwertgefühl kommt von innen. Es ist unabhängig von der Meinung anderer, von Leistung und Erfolg. Wir haben immer wieder die Wahl, ob und in wie weit wir unseren inneren Kritiker füttern, ihm Glauben schenken und folgen.

 

Dauerhaft gelassener werden

 

Innere Ruhe und Gelassenheit sind im Zeitalter von Überlastung und Burnout begehrter denn je. Gelassenheit verspricht, einen kühlen Kopf zu bewahren und sich nicht immer über ungelegte Eier oder Kinkerlitzchen aufzuregen. Wie schön wäre es Herausforderungen entspannter zu meistern, in schwierigen Momenten unerschütterlich und souverän zu wirken und ausgeglichener und gesünder zu leben. Gelassenheit wirkt dem alltäglichen Stress und Chaos entgegen, stärkt Vertrauen und Zuversicht und lässt uns gute Entscheidungen treffen und bessere Lösungen finden. Aber wie mehr Gelassenheit in unser Leben bringen? Gelassenheit ist zunächst einmal eine Einstellungssache. Die Entscheidung, das anzunehmen, was ich gerade aktuell oder generell nicht ändern kann gehört ebenso dazu, wie die Entwicklung eines Grundvertrauens und der Entschluss, Dinge loszulassen. Hilfreich ist auch eine „Steine Mentalität“ zu entwickeln, mit der wir öfter erst mal abwarten und feststellen, dass sich gewisse Dinge von ganz allein erledigen. Wie wäre es, einmal nicht zu fragen: „Was muss ich heute noch alles erledigen?“ sondern:“ Was kann ich heute eigentlich noch alles liegen lassen?“

 

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