Wenn jemand etwas tut, was mir nicht passt....

Oft hören meine Kollegin und ich in Gesprächen so etwas, wie: „Konflikte? Ich habe keine Konflikte…“

 

Der Herd eines Konfliktes entsteht bereits dann, wenn jemand anderes irgendetwas sagt oder tut, was mich stört – wusstet Ihr das?

Also: mein Mann möchte zu Hause bleiben, ich möchte ausgehen; mein Sohn möchte seine Hausaufgaben nicht machen, ich möchte das schon; deine Tochter möchte länger aufbleiben, du möchtest, dass Sie ins Bett geht; der Mitarbeiter möchte Feierabend machen, der Chef möchte, dass noch die Rückstände aufgearbeitet werden; der Lehrer möchte, dass es leise ist im Unterricht, die Schüler möchten sich laut unterhalten….

 

Alles das ist der Beginn eines Konfliktes. Das erleben wir meistens mehrmals täglich. Allerdings nehmen wir die Situationen in besonders vielen Situationen nicht wirklich als Konflikte wahr. Konflikte sind für die meisten eher die langfristigen Streits: Nachbarschaftsstreit, Erbschaftsstreitigkeiten, Rechtsstreitigkeiten…

 

Der eigentliche Konflikt entsteht jedoch schon deutlich früher. Hier gehen wir jedoch häufig so vor, dass wir es nicht „Konflikt“ nennen, sondern uns zu einer Diagnose und Urteile über den anderen hinreißen lassen: männliche Ehepartner sind bockig, weibliche zickig, Schüler sind auffällig, Kinder ungehorsam oderv in der Trotzphase, Jugendlichen werden Konflikte praktischerweise selbst-diagnostisch der Entwicklungsphase Pubertät zugeschrieben. Damit begeben wir uns letztendlich jedoch in eine Einbahnstraße: Andere sind eben so - dann bleiben uns zwei Möglichkeiten: einfach hinnehmen und versuchen, den anderen (der ja nicht richtig ist) zu verändern. Damit wären wir beim inneren Konflikt angekommen... :-)

 

 

 

Wenn wir uns darüber hinaus vorstellen, dass in einer solchen Situation  im Umkehrschluss jemand über uns eine solche Diagnose (oder ein Urteil) fällt, im Sinne von "die/der ist aber...." sind wir verletzt, enttäuscht, traurig oder stinksauer.

 

Wenn wir anfangen, Konflikte schon rechtzeitig als diese wahrzunehmen und zu erkennen, gibt es hervorragende Möglichkeiten, solche Situationen aufzulösen und Lösungen zu finden in denen es keine Verlierer, sondern nur Gewinner gibt, also mit denen beide Seite glücklich und zufrieden sind.  Emotionen, wie Wut und Ärger werden dabei in ganz harmonische Gefühle umgewandelt. Das schafft gesunde Beziehung und trägt zur eigenen Gesundheit bei.

 

 

 

Die Gewaltfreie Kommunikation, die auch Sprache des Lebens oder Sprache des Herzens (von Marshall Rosenberg) genannt wird, unterstützt uns, Konflikte ab der 1 Sekunde wahrzunehmen und schafft hervorragende Möglichkeiten, um damit umzugehen. Vor einigen Jahren habe ich mich selbst dieser erhellenden Sprache und damit verbundenen inneren Haltung zugewandt und ich muss sagen, es ist, als ob eine Brille neue Sehschärfe bekommt. Trotzphasen, Pubertätskrisen, borstige Ehemänner, zickige Ehefrauen & Co. erscheinen in ganz neuem Licht, denn in dieser Form gibt es sie in dieser Form gar nicht mehr. Wie kann das gehen?

 

In kann nur jedem empfehlen, sich einmal näher mit der GFK und der damit verbundenen ganz anderen Sichtweise und den darin bahnbrechenden Möglichkeiten zur Konflikterhellung und –klärung zu befassen…einen schönen und sonnigen Tag wünsche ich Euch! Liebe Grüße Claudia Strauss

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